IDW veröffentlicht Entwurf IDW ERS BFA 7 zur PWB bei Instituten

Der Bankenfachausschuss des IDW hat am 10. Dezember 2018 den Entwurf einer Stellungnahme zur Bildung von Pauschalwertberichtigungen von Instituten, den IDW ERS BFA 7 veröffentlicht. Der Entwurf regelt die Risikovorsorge für vorhersehbare, noch nicht individuell konkretisierte Adressenausfallrisiken im handelsrechtlichen Jahres- und Konzernabschluss von Instituten. Er konkretisiert die allgemeinen handelsrechtlichen Grundsätze zur Bildung von Pauschalwertberichtigungen für finanzielle Vermögensgegenstände von Kredit- und Finanzdienstleistungsinstituten sowie Instituten nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz und löst die bisherige IDW Stellungnahme BFA 1/1990 ab. In den Anwendungsbereich fallen auch Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen. Auch für Wertpapiere des Anlagevermögens sollen Pauschalwertberichtigungen gebildet werden, soweit auf eine Abschreibung auf den niedrigeren Börsen- oder Marktpreis bei voraussichtlich nicht dauernder Wertminderung nach dem gemilderten Niederstwertprinzip verzichtet wird. 

Der Entwurf legt keine bestimmte Bewertungsmethode fest, enthält jedoch Leitlinien für die verwendete Methode wie die Berücksichtigung der Restlaufzeit und die Wahl eines ausreichend langen Betrachtungszeitraums zur Schätzung von Bewertungsparametern. Sofern ein Institut die Ermittlung erwarteter Verluste für Zwecke der internen Risikosteuerung auf Basis sachgerechter mathematisch-statistischer Risikoklassifizierungsverfahren vornimmt, hat die Ermittlung der Pauschalwertberichtigung auf der Grundlage dieses Verfahrens zu erfolgen. Entsprechend der Leitlinien ermittelte vorhersehbare Kreditausfälle können um in den zukünftigen, vertraglich vereinbarten Zinserträgen enthaltene Bonitätsprämien gemindert werden. Der ermittelte Risikovorsorgebetrag muss jedoch abgesehen von begründeten Ausnahmefällen mindestens den für die nächsten 12 Monate erwarteten Ausfällen ohne Berücksichtigung von Bonitätsprämien entsprechen.

Der Entwurf lässt die Bildung einer Pauschalwertberichtigung in Höhe der nach IFRS 9 für die Stufen 1 und 2 berechneten Risikovorsorge explizit zu.  

Die finale Verlautbarung soll für Abschlüsse von Geschäftsjahren, die nach dem 31. Dezember 2019 beginnen, anzuwenden sein. Eine Anwendung des vorliegenden Entwurfs ist bereits zulässig. Die Kommentierungsfrist läuft bis zum 14. Juni 2019.

>> zum Entwurfstext

Wenn Sie Fragen hierzu haben oder an einer Einschätzung zur Auswirkung der Entwurfsregelungen auf Ihr Haus interessiert sind, sprechen Sie uns an: fachabteilung(at)ifb-group.com

 

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