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Umsetzung von IFRS 17 für Versicherungen in Lateinamerika: Die wichtigsten Herausforderungen

Das International Accounting Standards Board (IASB) veröffentlichte im Mai 2017 den International Financial Reporting Standard 17 (IFRS 17), einen neuen Rechnungslegungsstandard für Versicherungsverträge. IFRS 17 stellt eine große Herausforderung für die Versicherungsbranche dar, da es sich um den ersten globalen Rechnungslegungsstandard der Branche für die Bewertung von vertraglichen Verbindlichkeiten handelt. IFRS 17 zielt darauf ab, „qualitativ hochwertige, verständliche, anwendbare und weltweit akzeptierte Rechnungslegungsstandards auf der Grundlage klar formulierter Rechnungslegungsgrundsätze“ zu gewährleisten, um die Transparenz der Informationen und Abschlüsse von Versicherungsunternehmen zu verbessern – unabhängig von ihrer Branche, ihren Produkten oder ihrem geografischen Standort.

Folglich wird die Einführung von IFRS 17 erhebliche Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit von Versicherungsunternehmen haben. So wirkt sich IFRS 17 beispielsweise auf die Bewertung von Gewinnen und Kapital sowie auf die Berechnung der versicherungstechnischen Rückstellungen aus. Sie wird Änderungen an versicherungsmathematischen Modellen, die Änderung oder Schaffung neuer IT-Systeme und neue Anforderungen an die Finanzberichterstattung erfordern. Darüber hinaus werden Änderungen der Geschäftsprozesse und neue Managemententscheidungen erforderlich sein, um die Einhaltung von IFRS 17 zu unterstützen.

Ab dem 1. Januar 2023 müssen Versicherungsunternehmen den IFRS 17 Standard einhalten. Viele dieser haben bereits Schritte unternommen, um die geschäftlichen Auswirkungen der Umsetzung zu analysieren. Einige lateinamerikanische Versicherer starteten gar Projekte zur Umsetzung von IFRS 17 , obwohl es in Ländern wie Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Peru noch keine spezifischen regulatorischen Anforderungen für die Einhaltung von IFRS 17 gibt. Die Gründe für die vorzeitige Einführung bzw. Umsetzung sind unterschiedlich: Einige dieser Unternehmen haben Tochtergesellschaften in Europa oder sind selbst Tochtergesellschaften europäischer Versicherungsunternehmen, bei denen frühere Compliance-Standards (z. B. IFRS 4) bereits seit vielen Jahren in Kraft sind.

Zu den potenziellen Herausforderungen gehört nicht nur die vollständige Erfüllung des neuen IFRS 17 Standards bis zum Stichtag 1. Januar 2023, sondern auch die Notwendigkeit für Unternehmen, ein ganzes Geschäftsjahr lang eine vergleichende Berichterstattung für den aktuellen GAAP-Standard (oder die allgemein anerkannten Rechnungslegungsgrundsätze) im Vergleich zu IFRS 4 und IFRS 17 durchzuführen. Versicherungsunternehmen, deren Geschäftstätigkeit von IFRS 17 betroffen sein wird, die aber noch nicht über die Einführung einer IFRS 17 Compliance-Lösung nachdenken, sollten jetzt ein IFRS 17 Implementierungsprogramm oder -projekt starten. Sie sollten sich umgehend mit Ihrem Wirtschaftsprüfer beraten, wie diese neue Norm zu interpretieren ist, und prüfen, ob Sie die Unterstützung einer fachkundigen Technologieberatung benötigen, um die Implementierung von IFRS 17 konformen IT-Lösungen erfolgreich zu gestalten. All diese Vorbereitungen auf IFRS 17 erfordern ein erhebliches Maß an Planung, budgetierten Mitteln, IT-Aufwand und Zeit.

Wie bereits erwähnt, müssen sich die Versicherer auf die Anwendung und Umsetzung von IFRS 17 vorbereiten. Dabei müssen sie sich nicht nur Wissen aneignen, sondern auch verschiedenste Herausforderungen meistern. Diese bestehen insbesondere in den folgenden Punkten:

  1. Disaggregation – Es muss ermittelt werden, welche Teile des Portfolios Verluste verursachen oder eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, Verluste zu verursachen, was mit traditionellen Methoden durch Analyse des Forderungsstroms oder Schuldendreiecks konstruiert wurde. Um die Disaggregation und Neuberechnung unter IFRS 17 zu ermöglichen, werden nun neue Methoden erforderlich sein.
  2. Auslegung – IFRS 17 basiert größtenteils auf einer Reihe von Ansätzen, die das Versicherungsunternehmen für seine Politik und die Kenntnis etablierter Standards verantwortlich machen, anstatt sich auf präskriptive und detaillierte Regeln zu stützen.
  3. Behandlung der Ergebnisvolatilität – Der neue IFRS 17 Ansatz wird die Volatilität im Vergleich zu traditionellen Modellen, die hauptsächlich auf festen Annahmen basieren, erhöhen.
  4. Neue Berichterstattung – Um allen Beteiligten die Auswirkungen von IFRS 17 auf Gewinn, Eigenkapital, Abweichungen von den aktuellen GAAP oder IFRS 4 Standard zu erläutern, ist ein neuer Bericht erforderlich, der auf der Auslegung und Transparenz von IFRS 17 basiert.

All diese Faktoren werden sich wahrscheinlich auf die Dividendenberechnung und die Leistungskennzahlen auswirken.

Diese zahlreichen Herausforderungen und die kurze Zeitspanne zwischen dem „Status quo“ und 2023 machen es erforderlich, einen strategischen IT-Partner zu finden, der über die richtige Erfahrung bei der Umsetzung von IFRS 17 Projekten verfügt. Ihr IT-Partner sollte bereits Erfahrungen mit der Implementierung von IFRS 17 Lösungen bei führenden globalen Versicherungsunternehmen gesammelt haben, um sicherzustellen, dass Ihr Unternehmen in den besten Händen ist. So können gefährliche Improvisationen vermieden werden. Wir von ifb sind sicher, dass wir der IT-Partner sind, den Sie brauchen.

ifb verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Banken- und Versicherungsberatung und arbeitet eng mit seinen Kunden zusammen. Auch in Lateinamerika hat ifb bereits erfolgreiche Erfahrungen bei der Implementierung, Analyse und Anpassung von IT-Systemen gesammelt. Darüber hinaus hat ifb in mehreren der wichtigsten Versicherungsunternehmen weltweit aktive Implementierungsprojekte für die Einführung von IFRS 17.

Im Rahmen der geschäftlichen Vorbereitungen auf IFRS 17 hat ifb ab 2018 gemeinsam mit der SAP SE und dem führenden Versicherungsunternehmen SwissRe das Financial Product Subledger S/4 Hana (FPSL) von SAP als IT-Lösung entwickelt, die als Basis für die Umsetzung der IT-Prozesse zur Berechnung der vertraglichen Verbindlichkeiten nach IFRS 17 dient.

In Anbetracht der kurzen Zeitspanne bis 2023 hat ifb auch einen Umsetzungsbeschleuniger entwickelt, die Packaged Solution für IFRS 17, die auf all unseren IFRS 17 Projekterkenntnissen und Erfahrungen aus früheren Kundenimplementierungen aufbaut.

Diese Packaged Solution von ifb ist ein Add-on zur SAP-Anwendung FPSL für Versicherungsverträge. Die ifb Paketlösung enthält vorkonfigurierte Geschäftsinhalte, Vorlagen, eine Bibliothek von Anwendungsfällen mit Beispiel-Bewertungsmodellen und eine beschleunigte, agile IFRS 17 Projektimplementierungsmethodik für SAP FPSL.

Damit ist ifb ein führendes, international tätiges Beratungsunternehmen mit Hauptsitz in Deutschland sowie mehrere Niederlassungen in anderen Ländern – auch Medellin, Kolumbien. Die ifb-Berater sprechen viele Sprachen, darunter Spanisch und Portugiesisch sowie Englisch und Deutsch. Bei ifb haben wir ein hybrides Modell, bei dem sowohl vor Ort als auch aus der Ferne gearbeitet wird. Damit minimieren wir die Reisetätigkeit in Zeiten der Pandemie, ohne die Gesamtqualität des Endprodukts zu beeinträchtigen.

Ein wichtiger Antrieb für ifb ist die Schaffung von Mehrwerten für unsere Kunden. Mit einer Kombination aus globaler und lokaler Expertise in Lateinamerika und ifb’s Fachwissen über IFRS 17 sind davon überzeugt, dass wir ein globaler Partner sein können, der Sie und Ihre Tochtergesellschaften unterstützt und sich dabei auf die spezifischen Bedürfnisse Ihres Unternehmens konzentriert. Gemeinsam können wir so auch Ihre IFRS 17 Herausforderungen bewältigen.

Wir sind sehr dankbar und freuen uns, Ihre Fragen zur Einhaltung von IFRS 17 sowie zu SAP FPSL zu beantworten. Bitte zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Haben Sie bereits mit der Umsetzung von IFRS 17 in Ihrem Unternehmen begonnen?

Direktor Digitale Märkte Südamerika

Javier Otálvaro ist Direktor für digitale Märkte in Südamerika. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler und Marketingspezialist ist seit 2021 bei ifb für die digitale Go-to-Markets-Strategie für Lateinamerika und die digitale Markenstrategie verantwortlich. Zuvor war er als Marketingberater für Unternehmen verschiedener Branchen in Nord- und Südamerika sowie als CMO für IT-Unternehmen tätig.