Stresstests

Stresstestmethoden werden im Rahmen des Risikomanagements zukünftig erheblich an Bedeutung gewinnen, nicht zuletzt durch die neuen Vorgaben von Basel III. Daneben existieren bereits jetzt zahlreiche Richtlinien die die Bedeutung der Stresstests hervorheben. Genannt sei vorrangig die CEBS Guideline on Stress Testing (GL 32). Darüber hinaus verlangen viele weitere Veröffentlichungen des CEBS den Einsatz von Stresstests, z. B. CEBS Guideline 31 zu Konzentrationsrisiken, GL 28 zu Liquiditätspuffern und GL 36 zu Liquiditätskosten und -erträgen. Viele der darin enthaltenen Regelungen finden sich auch in den überarbeiteten MaRisk wieder und sind damit auch umzusetzen. Darüber hinaus haben viele Marktteilnehmer festgestellt, dass ihre Risiko- und VaR-Modelle nur unzureichend besondere Marktveränderungen widerspiegeln können. Weiterhin ist es für die Gesamtbanksteuerung unerlässlich auch in Stresssituation die notwendigen Handlungsspielräume zu besitzen, um den Fortbestand der Bank jederzeit sicher zu stellen, wodurch der Einsatz von Stresstests auch im Rahmen des Planungsprozesses sinnvoll ist.  

 

Neben den klassischen Stresstestmethoden wie Sensitivitätsanalysen und Szenarioanalysen rücken komplexere Methoden wie integrierte Stresstests, makroökonomische Stresstests und Ursache-Wirkungsketten zunehmend in den Fokus. Insbesondere Ursache-Wirkungsketten sind auch für kleinere Institute geeignet, die komplexen Zusammenhänge eines gesamtbankbezogenen makroökonomischen Stresstests unter Berücksichtigung institutsindividueller Besonderheiten zu erfassen und darzustellen. Sie eignen sich weiterhin, für die Simulation lang andauernder Stressphasen über mehrere Perioden unter Berücksichtigung zwischenzeitlicher Maßnahmen.

 

In den Guidelines der CEBS und der MaRisk wird insbesondere angeregt, Reverse Stresstests durchzuführen. Diese Sichtweise ist für viele Institute neu und es existieren bisher kaum etablierte Verfahren. Nichtsdestotrotz gibt es bereits mehrere vielversprechende Ansätze, die sich an die Komplexität eines Institutes anpassen lassen.

 

Gern unterstützen wir Sie bei der Implementierung aufsichtskonformer Stresstests, z. B. unter Verwendung von Ursache-Wirkungsketten, in Ihrem Institut. Ein mögliches Vorgehen zur Entwicklung einer Stresstestmethodik kann wie folgt aussehen:

 

1. Ermittlung makroökonomischer und institutsspezifischer Szenarien
2. Ermittlung der Abhängigkeiten und Bestimmung der Veränderungsraten für alle Risikofaktoren
3. Aufbau der Wirkungskette und Aggregation zur Stresstest-GuV
4. Beurteilung der Abweichungen, Ableitung von Maßnahmen und Fortführung der Wirkungskette in die nächste Periode
5. Implementierung

 

Unsere Leistungen im Rahmen der Umsetzung von Stresstests umfassen:

  • Fachliche Beratung über alle Phasen inkl. der regulatorischen Anforderungen
  • Integration in die vorhandene Risikomanagement- und Risikocontrolling-Landschaft

Ansprechpartner

Fachberatung

Michael Herrmann

E-Mail

Tel +49 221 92 18 41-273