Modelle zum Spezifischen Marktrisiko

Das Spezifische Marktrisiko (auch Spezifisches Kursrisiko genannt) ist ein formal dem Marktrisiko zugeordneter Risikoaspekt, welcher das Risiko einer Marktpreisänderung aufgrund des Bonitätsänderungsrisikos eines  Emittenten darstellt. Tatsächlich ist das Spezifische Marktrisiko eine Verbindung zwischen Marktrisiko einerseits und Kreditrisiko andererseits, denn zum einen beschreibt es ganz allgemein einen bestimmten Anteil am Risiko von Marktpreisänderungen, bezieht sich somit auf den Kern des klassischen Marktrisikos, zum anderen ist das Bonitätsänderungsrisiko ein originärer Kreditrisikoaspekt. Das Spezifische Marktrisiko ist also ein Risikoaspekt, in dem Markt- und Kreditrisiko gekoppelt sind, und jegliche Quantifizierung dieses Risikoaspekts ist formal eine Art erster Schritt zu einer integrierten Beschreibung von Markt- und Kreditrisiko. Basel II umfasst bereits seit längerem ein Standardmessverfahren zur Quantifizierung des Spezifischen Marktrisikos. Dieses ist seiner Natur nach sehr einfach konzipiert. So gehen in die Quantifizierung beispielsweise lediglich Bonitäten aber keine Bonitätsänderungen ein. Wegen der Bedeutung des Spezifischen Marktrisikos als wichtiger Risikokomponente hat sich das Baseler Komitee nicht zuletzt auf Basis der bei der letzten Finanzkrise gemachten Erfahrungen dazu entschlossen, zur aufsichtlichen, anerkennungsfähigen Quantifizierung dieses Risikoaspekts auch interne Modelle zuzulassen. Das letztliche Ergebnis dieser Quantifizierung ist eine separate Eigenkapitalkomponte, englisch Incremental Risk Charge (IRC) genannt. Die aufsichtlichen Anforderungen an die internen Modelle sind Ende 2009 in einem separaten Papier veröffentlicht worden (Basel Committee on Banking Supervision, Juli 2009: Guidelines for computing capital for incremental risk in the trading book). Interne Modelle gehen in Bezug auf die Komplexheit wesentlich über gängige Modelle zum allgemeinen Marktpreisrisiko hinaus, z. B. in folgender Hinsicht:

 

  • Im Gegensatz zu Value-at-Risk-Berechnungen zum Allgemeinen Marktrisiko, bei denen kurze Haltedauern von typischerweise 10 Tagen und dementsprechend eine konstante Portfoliozusammensetzung zugrunde gelegt werden können, ist für das Spezifische Marktrisiko letztlich ein Ein-Jahres-Horizont und damit, angemessen für Handelsbuchpositionen, veränderliche Portfolien auf Basis von Portfolio(um)strukturierungen anzusetzen
  • Da ein internes Modell mit  dem Einbezug von Bonitätsänderungen einen originär dem Kreditrisiko zugehörigen Aspekt zu berücksichtigen hat, sind wesentlichen Aspekte von Kreditportfoliomodellen, wie die Quantifizierung der Korreliertheit von Bonitätsänderungen, explizit mit zu berücksichtigen
  • Zudem sind weitere komplexe Effekte wie etwa das endogene Marktliquiditätsrisiko mit einzubeziehen, die derzeit vergleichsweise wenig erforscht sind.

 

Einzig die Tatsache, dass strukturierte Produkte derzeit noch explizit aus den aufsichtlich anerkennungsfähigen Modellen auszunehmen sind, stellt eine gewisse Vereinfachung in der Modellierung dar.

 

Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung interner Modelle zum Spezifischen Marktrisiko:

Aus Sicht der ifb group sind interne Modelle zum Spezifischen Marktrisiko als ein erster Schritt zu einem buchübergreifenden, das Markt- und das Kreditrisiko verbindenden, Kreditportfoliomodell aufzufassen.

  • Die ifb group verfügt über ein klares Konzept zur Modellierung des Spezifischen Marktrisikos, das auf einer profunden Kenntnis von Marktrisikomodellen einerseits und Kreditrisikomodellen andererseits aufbaut
  • Zudem verfügt die ifb group über eine weitgehende Kenntnis gängiger Systeme zur Quantifizierung des Marktrisikos und zur Abbildung von Kreditportfoliomodellen
  • Mit diesem kombinierten Wissen sind wir in der Lage, Modelle zum Spezifischen Martrisiko in einer bestehenden Systemlandschaft zu implementieren

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Fachberatung

Michael Herrmann

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