Modelle zum dispositiven und strukturellen Liquiditätsrisikomanagement
Eine Steuerung des Liquiditätsrisikos unter Berücksichtigung des Ertrages wurde lange eher stiefmütterlich behandelt und genießt daher zurzeit besonders große Aufmerksamkeit. Betrachtungszeiträume zur Steuerung des Liquiditätsrisikos beginnen bei der Gewährleistung der Liquidität innerhalb eines Tages bis zur regelmäßigen Ermittlung der strukturellen Liquiditätsdeckungslücke über mehrere Jahre oder sogar der Totalperiode. Innerhalb dieses Zeitraums sind mehrere Betrachtungsperioden zu definieren und für jede Periode geeignete Methoden festzulegen.
Modelle zur Steuerung der kurzfristigen (dispositiven) Liquidität basieren in der Regel auf dem Saldo der fremdbestimmten Ein- und Auszahlungen. Sind diese für einen geeigneten Zeitraum erhoben, eignen sie sich zur Risikoquantifizierung zum Beispiel in Form des Liquidity Value at Risk (LaR) sowie zur Bestimmung der Größe des Liquiditätspuffers. Je kurzfristiger der Betrachtungshorizont, desto höhere Anforderungen sind an die „Funding-Qualitäten“ des Liquiditätspuffers zu stellen.
Grundlage für die Steuerung des strukturellen Liquiditätsrisikos ist der Aufbau von Liquiditätsablaufbilanzen (LAB) mit geeigneten Annahmen für Produkte mit unbestimmter Kapitalbindung. Zur Schließung der Refinanzierungslücke für einen Zeitraum entsprechend der Risikotoleranz der Geschäftsleitung ist Fundingpotenzial z. B. in Form liquider Assets und zentralbankfähiger Wertpapiere vorzuhalten. Diese müssen auch im Stress-Szenario zur Deckung des Liquiditätsbedarfs ausreichen.
Steht der institutsindividuelle Refinanzierungsmix fest, kann aus der LAB durch Simulation der Veränderung der Konditionen unterschiedlicher Refinanzierungsquellen der Liquidity at Risk (LVaR) ermittelt werden.
Wir unterstützen Sie bei der Steuerung Ihres Liquiditätsrisikos:
- Ermittlung der fremdbestimmten Zahlungsströme und Weiterentwicklung zu einem Konzept zur Steuerung des kurzfristigen Liquiditätsrisikos bis hin zum LaR
- Aufbau von Liquiditätsablaufbilanzen für Normal- und Stress-Szenarien
- Strukturierung des Fundingpotenzials zur Deckung des Liquiditätsrisikos unter Berücksichtigung aufsichtlicher Anforderungen an Umfang und Qualität des Liquiditätspuffers
- Implementierung von Systemen zur Quantifizierung des LaR und LVaR inkl. Dokumentation und Integration in das Reportingsystem










