Messung des ökonomischen Kapitals
Das ökonomische Kapital gewinnt als institutsweite gemeinsame „Risiko-Währung“ in Banken und Versicherungen weiter an Bedeutung. Doch es gibt noch keinen etablierten Marktstandard, um sämtliche Risiken integriert zu betrachten und auf dieser Basis das gesamte erforderliche Risikokapital zu bestimmen.
Nichttriviale Anforderungen bestehen an die Aggregationsmechanismen im Allgemeinen und die Integration von Markt- und Kreditrisiken im Besonderen:
Die Summation von „Risiko-Silos“ ist zum Beispiel durchaus umstritten und auch nicht grundsätzlich risikoarm. Entwicklungen in Forschung und Aufsichtsrecht zeigen, dass eine umfassendere Risikointegration notwendig ist, bei der auch Extremereignisse („tail dependence“) berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang stehen auch die klassischen Risikomaße in der Kritik. Darüber hinaus empfehlen auch Fachgremien wie der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht eine integrierte Sicht auf die Risikofaktoren statt einer „Ex-Post-Aggregation“.
Insbesondere zeigt sich, dass die bloße Summation von Markt- und Kreditrisiken nicht zwingend konservativ ist. Zum Beispiel führen nichtlineare Einflüsse zu Compounding-Effekten statt zu Diversifikation, d. h. bei genauer Betrachtung kann das kombinierte Risiko sogar größer ausfallen, als die Summen der Einzelrisiken als solche erwarten lassen. Auch die regulatorischen Anforderungen zielen auf eine Integration der Markt- und Kreditrisiken durch entsprechende Erweiterungen der risikogewichteten Aktiva (RWA) im Handelsbuch. Ein Beispiel dafür sind die Anforderungen von Basel II an die Unterlegung der so genannten „inkrementellen Risiken“ (Incremental Risk Charges, IRC). Auch schlagende Liquiditätsrisiken verstärken die Abhängigkeiten zwischen Markt- und Kreditrisiko.
Wir stehen Ihnen als Partner für die komplexen Herausforderungen der Integration und Aggregation zur Verfügung. Welche Aggregationsansätze und Methoden existieren in vergleichbaren Instituten? Auf der Basis eines genauen Marktüberblicks analysieren wir mit Ihnen, welche Ansätze und Risikomaße für Ihr Institut geeignet sind. Um die möglichen Ansätze genauer vergleichen und Diversifikationseffekte abschätzen zu können, erstellen wir für Sie auch ein individuelles Simulationsmodell. So ist es möglich, genau zu untersuchen, was die Einführung eines komplexen Aggregationsverfahrens bringt, und auch, die Compounding-Effekte im Bankbuch sichtbar zu machen. Wir begleiten Sie darüber hinaus auch bei der Einführung und Umsetzung des neuen Verfahrens und stellen sicher, dass dieses in die bestehende IT- und Reporting-Infrastruktur gut integriert werden kann. Eine konkrete Analyse zeigt, ob und wie für Ihre Bank ein vollständig integriertes Modell über alle Risikoarten umsetzbar ist.
Nutzen:
- Aktueller Überblick über den aktuellen Diskussionsstand in Theorie und Praxis
- Impulse für ein stärkeres Aufbrechen der „Risiko-Silos“ im institutsweiten Risikomanagement
- Abschätzung des Modellrisikos bislang verwendeter Aggregations-Mechanismen und Ableitung zusätzlicher Steuerungsimpulse aus alternativen modernen Aggregationsmethoden
- Erkenntnisse über die nicht-lineare Interaktion zwischen Markt- und Kreditrisiko bezogen auf das eigene Portfolio
- Höhere Akzeptanz für das Konzept des ökonomischen Kapitals
- Aktualisierung des Risikotragfähigkeitskonzeptes
- Abschätzung notwendiger Eigenkapitalpuffer
- Abschätzung der Compounding-Effekte im Gesamtbankrisiko










