Market Value at Risk und Stresstests
Marktpreisrisiken von Banken müssen seit der Umsetzung von Basel II mit angemessenen Eigenmitteln unterlegt werden. Die in diesem Bereich verschärften Eigenkapitalvorschriften von Basel III sollen 2013 rechtswirksam werden, wobei die EU-Kommission den Banken eine Übergangsfrist von voraussichtlich 5 Jahren eingeräumt hat. Rechtlich ist dies jeweils durch die nationale Gesetzgebung definiert, zum Beispiel in Deutschland durch die Solvabilitätsverordnung (SolvV).
Zur Berechnung des Value at Risk (VaR) als Basiskennzahl zur Ermittlung der Eigenkapitalunterlegungen erlaubt die SolvV verschiedene Modelle: neben einem Standardmodell sind auch interne Risikosteuerungsmodelle möglich, deren Qualität aber durch Backtesting-Verfahren sichergestellt werden muss. Die internen Modelle sind zwar komplexer, bieten jedoch die Möglichkeit, Eigenmittel zu reduzieren. Dabei sind auch „andere Marktrisikopositionen“ einzubeziehen (§312 SolvV). Weiterhin spielen VaR-Modelle auch in der internen Risikosteuerung eine wichtige Rolle.
Es gilt daher, neue geeignete Modelle sowohl für die externe als auch für die interne Risikosteuerung zu entwickeln, die zum Beispiel Extremwert-Theorie und Hauptkomponenten-Analysen ermöglichen. Dafür ist derzeit kein allgemeingültiges „bestes“ Modell vorhanden. Moderne Methoden der Risikomessung betrachten historische Daten gewichtet, berücksichtigen Extremereignisse adäquat und verbessern somit die Qualität und Aussagekraft der Risikokennzahlen signifikant. Die Auswahl eines geeigneten Modells kann zum Beispiel in Abhängigkeit vom Portfolio erfolgen und erfordert auch historische Zeitreihen von benötigten Marktdaten.
Mit dem ifb-Tool Market-Risk-Model-Optimizer können Sie den VaR für Ihre spezifischen Portfolien mittels verschiedener moderner Methoden berechnen, gegenüberstellen, durch Backtesting validieren und bezüglich Ihrer Geschäfts- und Risikostrategie optimieren. Dabei werden Ihre Portfolien mithilfe eines einfachen Bankmodells durch charakteristische Kennzahlen abgebildet.
Weiterhin vorgeschrieben sind durch die Umsetzung von Basel-II Standard-Stresstests, die Zinsänderungen um -190/+130 Basispunkte simulieren. Darüber hinaus müssen auch weitere Krisenszenarien berücksichtigt werden, die aus Steuerungssicht geeignet sind.
Wir unterstützen Sie bei allen Fragen zum Marktpreisrisiko:
- Fachexpertise für verschiedene Modelle zur Berechnung des Value-at-Risk und zum Backtesting
- Bankindividuelle Gegenüberstellung verschiedener Risikosteuerungsmodelle und Unterstützung bei der Auswahl eines geeigneten Modells
- Software-Einführung zur VaR-Ermittlung bzw. Betreuung und Weiterentwicklungen bestehender Softwareimplementierungen










