Konzepte der Risikotragfähigkeit

Im Zuge der Einführung von Basel III wird künftig ein noch größeres Augenmerk auf eine integrative Betrachtungsweise des Zusammenspiels von Eigenkapital und Risiko gerichtet.

 

Die Fragestellung, wie viel Risiko ein Kreditinstitut eingehen und wie viele damit unter Umständen einhergehende Verluste es verkraften kann, versucht das Konstrukt der Risikotragfähigkeit zu beantworten. Auch die BaFin bedient sich zur Überprüfung der Einhaltung der Toleranzgrenzen der unterschiedlichen Konzepte zur Risikotragfähigkeit, die ein zentrales Element des ICAAP (Internal Capital Adequacy Assessment Process) darstellen.

 

Die Begrifflichkeit der Risikotragfähigkeit basiert auf einem ausgewogenen Verhältnis der wesentlichen Risiken, denen ein Kreditinstitut ausgesetzt sein kann, und der Risikodeckungsmasse, die dem Institut zur Verfügung steht. Diese sorgt für einen Liquiditätspuffer, der den Fortbestand des Instituts sichert,  falls eines oder mehrere dieser Risiken schlagend werden. Die entsprechenden Prozesse sollten in dem integrierten Verfahren der Gesamtbanksteuerung berücksichtigt werden.
Für die Erhebung und die Messung der Risikotragfähigkeit kommen drei Methoden in Frage, die regelmäßig parallel eingesetzt werden.

 

Eine erste Möglichkeit ist die Verwendung des regulatorischen Ansatzes. Dieser basiert auf der Erfüllung der aufsichtsrechtlichen Vorgaben und dient der grundsätzlichen Sicherung der Solvabilität des Kreditinstituts. Er vernachlässigt andererseits aber sämtliche betriebswirtschaftlichen Wege der Banksteuerung.

 

Des Weiteren besteht die Möglichkeit der Anwendung des periodischen Ansatzes. Dieser zielt auf die handelsrechtliche Gewinn- und Verlustrechnung ab und stellt in dieser Sichtweise das erwartete Jahresergebnis „ins Risiko“.

 

Die barwertige Gegenüberstellung von Risikodeckungsmasse und Risiken ist die komplexeste Steuerungsmethode und bietet Vorteile gegenüber den beiden erstgenannten Ansätzen. So können Risiken, noch bevor sie sich in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen, erkannt werden und adäquate Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Darüber hinaus werden Veränderungen in relevanten Risikoparametern ohne zeitlichen Verzug im Vermögenswert der Bank ersichtlich.

 

Idealerweise wird eine Kombination aus den dargestellten Ansätzen gewählt, die – eingebettet in die Gesamtbanksteuerung – ein ganzheitliches Abbild der Risikosituation der Bank und der dieser gegenüberstehenden Ressourcen widerspiegelt. Hierbei sollen der regulatorische und der periodische Ansatz als Nebenbedingung angesehen werden, während der der barwertige Ansatz als Hauptgegenstand der Steuerung betrachtet werden soll.

 

Wir unterstützen Sie bei der Steuerung Ihrer Risiken:

  • Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der periodischen Risikotragfähigkeitsrechnung zu einer mehrperiodischen Sichtweise
  • Entwicklung und Validierung konsistenter Parameter zur periodischen und barwertigen Steuerung aller Risiken
  • Konsistente Verknüpfung von Vertriebs- und Risikosteuerung zum Beispiel durch Qualitätssicherung verwendeter Elastizitäten bzw. Mischungsverhältnisse
  • Konzeption/Anpassung der Risikoaggregation (Integration der Einzelrisiken) als Voraussetzung für ein aussagekräftiges Risikotragfähigkeitskalkül

 

Ansprechpartner

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Michael Herrmann

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